Für das ASTRA analysierte Matrisk die Lager der Autobahnbrücke N5/3BS30 Aarebrücke Arch und bewertete deren Zuverlässigkeit.
Ausgangspunkt waren rechnerisch ermittelte abhebende Lagerkräfte aus normativen Lastmodellen. Diese Kräfte können die verbauten Lager konstruktiv nicht aufnehmen. Gleichzeitig zeigten Inspektionen keine Schäden am Bauwerk. Dadurch entstand eine klare Diskrepanz zwischen Modell und Realität.
Ziel des Projekts war eine realitätsnahe und datenbasierte Bewertung der Lagerbeanspruchung. Deshalb entwickelte Matrisk ein probabilistisches Verkehrsmodell, das Unsicherheiten gezielt berücksichtigt. Das Modell integriert Fahrzeugtypen, Achslasten und Verkehrsfluss. Zudem bildet es unterschiedliche Verkehrszustände wie Normalbetrieb, Stau und Pannen ab.
Anschliessend verknüpfte Matrisk die Verkehrseinwirkungen mit einem bestehenden Tragwerksmodell. Dabei nutzte das Team Einflusslinien, um die Lagerkräfte effizient zu berechnen. Zusätzlich führte Matrisk Monte-Carlo-Simulationen durch und bestimmte daraus stündliche sowie jährliche Extremwerte.
Darauf aufbauend berechnete Matrisk die Versagenswahrscheinlichkeit der Lager und verglich diese mit den Zielwerten gemäss SIA 269. Die Ergebnisse zeigen klar, dass keine kritischen Lastzustände auftreten. Gleichzeitig erfüllen die bestehenden Lager die geforderten Sicherheitsniveaus.
Das Projekt zeigt, wie reale Verkehrsdaten und probabilistische Modelle kombiniert werden können. Dadurch lassen sich konservative Normannahmen gezielt überprüfen und gleichzeitig fundierte, risikobasierte Entscheidungen für bestehende Infrastrukturen treffen.


