Für die SBB analysierte Matrisk die Windlasten der Linthbrücke Ennenda und entwickelte ein datenbasiertes Modell zur realitätsnahen Bewertung der Einwirkungen auf das Tragwerk.
Ausgangspunkt des Projekts war die Feststellung, dass bestehende Normansätze, welche die tatsächlichen Windlasten konservativ abbilden. Ziel war daher eine präzisere und zugleich wirtschaftlichere Bewertung der Windbeanspruchung. Gleichzeitig sollten die Grundlagen für gezielte Verstärkungs- und Erhaltungsmassnahmen geschaffen werden.
Im Zentrum stand die Auswertung langjähriger Messdaten einer nahegelegenen MeteoSchweiz-Station. Matrisk analysierte über 40 Jahre Winddaten und leitete daraus statistische Modelle für Extremereignisse ab. Dabei berücksichtigte das Modell systematisch die Windrichtung sowie standortspezifische Einflussgrössen wie Luftdichte und Topografie.
Darauf aufbauend entwickelte Matrisk ein probabilistisches Modell zur Bestimmung charakteristischer Winddrücke. Dieses kombiniert Extremwertstatistik mit physikalischen Zusammenhängen und ermöglicht eine differenzierte Bewertung der Belastung in Längs- und Querrichtung der Brücke.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine richtungsabhängige Betrachtung das Risiko deutlich präziser abbildet und gleichzeitig erhebliche Reduktionspotenziale gegenüber normativen Ansätzen bietet. So konnten die massgebenden Windlasten teilweise signifikant reduziert werden, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen.
Das Projekt liefert eine belastbare Grundlage sowohl für die risikobasierte Bewertung von Bestandsbauwerken als auch für die normkonforme Nachrechnung und unterstützt Infrastrukturbetreiber dabei, Massnahmen gezielt, wirtschaftlich und sicher umzusetzen.


